Pflege

Pflanzen und Pflege

Der Mensch kann selbst entscheiden, ob er in einem verlorenen oder in einem wiedergefundenen Paradies leben will. Ein Paradies ist es immer, vom kleinen Bauerngarten – auch in der Stadt – bis zum großen Landschaftsgarten – vor der Stadt oder weit draußen in der Provinz. Wichtig ist nur eins: dass der Besitzer des Gartens eine Vorstellung hat von seinem persönlichen Paradies, wo er seine Wunschträume, seinen Geschmack -, wo er seinen Charakter ins Grüne setzen kann. Und wichtig ist neben dem Zug zur Selbsterkenntnis das Wissen um die Helfer, die miterfinden, mitgestalten – vielleicht sogar schöpferisch widersprechen.

Gott hat im Garten Eden vermutlich alles allein gemacht. Manchen Menschen gelingt das annähernd. Den meisten nicht. Diese rufen Floris Spannenberger und lassen ihre eigenen Vorstellungen ergänzen, ausführen oder korrigieren. Oder sie überlassen es ihm von vorneherein, das Stück Erde, das ihnen übertragen wird, in ein Stück Paradies zu verwandeln. Um das zu erreichen, sind vier Begriffe wie Gebote, die praktisch und ideell die Grundlagen eines gesunden blühenden Gartens sind:

Handwerk – Ordnung
Inspiration – Glück    

Ohne Handwerk kein sinnvoller Einsatz der Mittel. Ohne Ordnung keine Übersicht in Anwendung der Mittel. Ohne Inspiration keine Freude an der Übermittlung von Vorschlägen. Und ohne Glück kein Paradies.

Soll der Garten klein und von unten anfangen? Durch Samen, Stecklinge, Ableger, Früchte oder Zwiebeln? Soll der Garten groß und mit versetzten Büschen und Bäumen angepflanzt werden? Mit Brunnen, unterirdischem oder oberirdischem Beregnungssystem? Am feinsten und individuellsten ist natürlich immer ein Mensch, der jede Blume und jeden Baum von unten her am frühen Abend oder am frühen Morgen begießt. Und alte Bäume verpflanzt man sowieso nicht.

Die Lockerung des Bodens darf man nicht nur den Würmern und Käfern überlassen. Das Düngen der Pflanzen, kann gebremst künstlich und ungebremst natürlich erfolgen. Aber man muss wissen, was wem gut tut. Und der Schnitt der Obstbäume und Ziergehölze, der Rosen und Rhododendren ist sowieso den meisten ein Geheimnis.

Wo und wann werden alte Triebe zugunsten der jungen im Winter entfernt; und wo und wann werden gerade die alten zugunsten von Stabilisation und Form erhalten? Welche Erde, welche Mineralstoffe, welche Lagen fördern das Wachstum? Vor allem aber: welche Pflanzen tun welchen Pflanzen gut? Welche befreunden sich und welche stoßen einander ab? So sagt man, die Ringelblume sei der beste Doktor für alle Arten von Gärten.

Wenn die alten Gärten verhießen, dass der Löwe und das Lamm einträchtig spazieren gehen, so wollen wir es mit unseren neuen Paradiesgärten nicht übertreiben: natürlich kann es sein, dass Brennesseln und Rosen sich gegenseitig fördern. Aber das gibt kein Bild. Davon würden wir abraten. Es sei denn, der Besitzer des Gartens zwingt uns zur Entwicklung einer niederen Brennesselart, die Diebe abhält und Schmetterlinge fördert.